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Wie das Objektiv ein Porträt beeinflusst

Wie das Objektiv ein Porträt beeinflusst

Ein Objektiv ist eines der wichtigsten Teile einer Kamera. Es bestimmt, wie weit oder eng das Sichtfeld sein wird, wie die Perspektive aussieht, wie stark Sie das Motiv vergrößern können und wie die Hintergrundunschärfe aussieht.

Auf den ersten Blick kann die Wahl eines Objektivs kompliziert erscheinen: 24mm, 35mm, 50mm, 85mm, 70–200mm — was bedeuten diese Zahlen und welche Option benötigen Sie? In Wirklichkeit ist es viel einfacher, wenn Sie das Konzept der Brennweite verstehen.

Was ist Brennweite?

Die Brennweite wird in Millimetern (mm) gemessen und beeinflusst das Sichtfeld des Objektivs.

Einfache Regel:

  • kürzere Brennweite → breiteres Sichtfeld;

  • längere Brennweite → engeres Sichtfeld und stärkere Vergrößerung.

Beispielsweise deckt ein 24mm-Objektiv viel mehr Platz ab als ein 85mm-Objektiv. Deshalb ist 24mm gut für Landschaften, Architektur und Reisen geeignet, während 85mm oft für Porträts verwendet wird.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Brennweite nicht nur um „Vergrößerung" geht. Sie beeinflusst auch wie die Perspektive aussieht. Mit einem Weitwinkelobjektiv kann der Vordergrund größer und entfernte Objekte kleiner erscheinen. Teleobjektive hingegen komprimieren den Raum optisch.


Ein Modell. Neun Objektive. Ein Rahmen


Das Modell saß still, ihre Pose änderte sich nicht. Der Fotograf trat jedes Mal weiter zurück und verwendete ein längeres Objektiv – so blieb das Gesicht gleich groß im Rahmen. Die einzige Variable hier ist der Abstand zwischen Kamera und Modell, und die Brennweite des Objektivs gleicht diesen Abstand einfach aus.

Bei 16mm war die Kamera nur wenige Zentimeter vom Gesicht entfernt – die Nase und Stirn waren näher am Objektiv als Ohren und Kiefer, daher „blähte" die Perspektive die Mitte des Gesichts auf. Bei 150mm war die Kamera mehrere Meter zurück – alle Punkte des Gesichts waren fast im gleichen Abstand vom Objektiv, daher waren die Proportionen ausgeglichener und die Merkmale komprimiert.

Deshalb sind „Porträt"-Objektive kein Gimmick, sondern Physik: Sie zwingen den Fotografen, einen Abstand zu halten, der das menschliche Gesicht am besten erfasst.

Weitwinkel (14–35mm)


Dehnt das aus, was näher an der Kamera ist – die Nase erscheint größer, die Ohren rücken zurück. Bei 14–24mm ist die Verzerrung stark, Nahaufnahme-Porträts werden so selten aufgenommen. Näher bei 35mm – sanfter, geeignet für ein Porträt mit Umgebung. Die Hauptstärke dieses Bereichs ist der Platz um die Person, nicht das Gesicht selbst.

Standard (50mm)


Die Gesichtsproportionen sehen natürlich aus, fast wie das menschliche Auge sie sieht. Eine universelle Wahl, wenn Sie keinen „Effekt" wollen, sondern die Wahrheit.

Porträt (85mm)


Ein Klassiker des Genres. Komprimiert Gesichtszüge, macht das Gesicht schmaler und verfeinert, sorgt für gute Hintergrundunschärfe. Standard für Studio-Porträts.

Teleobjektiv (105–135mm)

Noch stärkere Kompression, der Hintergrund verschwindet fast in der Unschärfe. Perfekt für Schnappschüsse aus der Ferne – Hochzeiten, Fotojournalismus, wenn Sie nicht in jemandes Privatsphäre eindringen wollen.

Welches Objektiv sollten Sie wählen?

Die beste Wahl beginnt nicht mit der Marke, sondern damit, was genau Sie fotografieren.

  • Für Landschaften und Architektur schauen Sie sich 14–24mm an.

  • Für Reise- und Straßenfotografie sind gute universelle Optionen 24–35mm.

  • Für alltägliche Fotografie — 35 oder 50mm.

  • Für Porträts — 50, 85 oder 135mm.

  • Für Sport und Wildlife — 70–200mm und längere Brennweiten.

  • Und wenn Sie ein Objektiv „für alles" benötigen, erwägen Sie ein vielseitiges Zoom wie 24–70mm oder 24–105mm.

Am wichtigsten ist, nicht das „beste" Objektiv zu suchen, sondern eines zu finden, das zu Ihrem Fotografie-Stil passt. Manchmal kann ein einfaches 35mm- oder 50mm-Objektiv viel mehr für die Entwicklung eines Fotografen bringen als ein großer Satz teurer Objektive.